Begriffserklärung

Aminosäuren

… sind die Bausteine der Proteine (Eiweißstoffe). Sie werden mit dem Nahrungseiweiß aufgenommen und dann zu neuen Proteinen umgebaut. Im menschlichen Körper gibt es 22 verschiedene eiweißbildende Aminosäuren.

Ammoniak

… ist ein stechend riechendes, giftiges Gas. Es kommt in vielen chemischen Verbindungen vor. In geringen Mengen entsteht Ammoniak im Körper bei der Bildung von Proteinen. Seine Entgiftung ist eine lebenswichtige Funktion der Leber.

Antiköper

… werden von spezialisierten Zellen gebildet und erfüllen wichtige Aufgaben bei der Immunabwehr. Sie verbinden sich fest zum Beispiel mit Krankheitserregern und machen sie unschädlich.

antimitochondrial

… bedeutet “gegen Mitochondrien gerichtet”. Mitochondrien sind Eiweißpartikel im Inneren von Zellen und sorgen dort für die Bereitstellung von Energie.

antinukleär

… bedeutet “gegen den Zellkern gerichtet”.

Autoantikörper

… sind Antikörper, die gegen körpereigene Zellen oder Gewebe gerichtet sind. Sie lassen sich in geringen Mengen auch bei Gesunden nachweisen. Höhere Mengen von Autoantikörpern weisen auf das Vorliegen einer Autoimmunerkrankung hin.

Azathioprin

… ist ein Medikament, das die Aktivität des Immunsystems abschwächt. Es spielt eine wichtige Rolle in der langfristigen Therapie von Autoimmunkrankheiten. Weil Azathioprin auf das blutbildende System wirkt, ist eine regelmäßige medizinische Überwachung notwendig.

biliär

… bedeutet „die Galle betreffend“, zum Beispiel im Namen Primär biliäre Zirrhose.

Biopsie

… ist der Fachbegriff für die Entnahme von Gewebeproben, um sie im Labor oder unter dem Mikroskop auf Krankheitszeichen zu untersuchen.

Budenosid

… ist ein Corticosteroid wie das Prednisolon und kommt zunehmend in der Behandlung der autoimmunen Hepatitis zum Einsatz. Es gibt Hinweise darauf, dass Budesonid bei guter Wirksamkeit besser verträglich ist als Prednisolon. Aber noch ist es nicht möglich, Wirkungen und Nebenwirkungen über längere Zeit zu beurteilen.

Cholangitis

… ist die Bezeichnung für eine Entzündung der Gallengänge. Ausgelöst wird eine Cholangitis durch bakterielle Infektionen (z.B. bei Gallensteinen) oder durch eine autoimmune Lebererkrankung.

Cholestase

… bedeutet “Stauung von Gallenflüssigkeit”. Das kann durch eine Blockade des großen Gallengangs bedingt sein (zum Beispiel durch Gallensteine), durch Verschlüsse kleiner Gallengänge in der Leber oder durch eine gestörte Funktion der Leberzellen, wie sie bei Entzündungen vorkommt. Die Konzentrationen der Leberenzyme Alkalische Phosphatase (AP) und Gamma-Glutamyltransferase (?-GT) im Blut steigen bei einer Cholestase an, und lassen sich im Labor nachweisen.

Colitis ulcerosa

… bezeichnet eine chronisch verlaufende Entzündung der Dickdarmschleimhaut. Dabei spielt eine erbliche Veranlagung eine wichtige Rolle, möglicherweise auch autoimmune Prozesse. Die Krankheitsentstehung ist nicht abschließend geklärt.

Corticosteroide

… werden vom Organismus in der Nebennierenrinde produziert, und können auch synthetisch hergestellt werden. Sie haben als Hormone vielfältige Wirkungen auf den Stoffwechsel und den Salz-/Wasserhaushalt. Als Medikamente wirken Corticosteroide gegen Entzündungen und schwächen das Immunsystem.

Eiweiße

… ist ein umgangssprachlicher Ausdruck für Proteine.

endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP)

… ist eine Untersuchungs- und Behandlungsmethode der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse mit dem Endoskop. Die ERCP ermöglicht es, Röntgenkontrastmittel direkt in den Gallengang zu geben, Gallensteine zu entfernen oder Röhrchen in den Gallengang einzusetzen, um einen guten Abfluss der Gallenflüssigkeit zu erreichen.

Enzyme

… sind spezielle Proteine, die zahlreiche Stoffwechselreaktionen im Organismus steuern und beschleunigen – von der Verdauung bis zur Zellteilung. Leberenzyme befinden sich normalerweise in den Leberzellen, eine Erhöhung ihrer Konzentration im Blut weist auf Erkrankungen der Leber hin.

Gallensäuren

… werden in der Leber produziert, sind ein wichtiger Bestandteil der Gallenflüssigkeit und dienen der Fettverdauung.

Gammaglobuline

… sind die Antikörper im Blut. Ihre Konzentration lässt sich im Labor bestimmen. Sie ist bei einer Leberzirrhose und bei chronischen Entzündungen erhöht.

Hepatitis

… bedeutet “Entzündung der Leber”. Dazu können Infektionen führen ebenso wie die autoimmunen Lebererkrankungen oder Vergiftungen (Alkoholhepatitis). Eine chronisch verlaufende Hepatitis führt häufig zur Leberzirrhose.

Histologie

… ist die Wissenschaft von den Geweben. An Gewebeproben lassen sich unter dem Mikroskop Krankheiten erkennen oder deren Verlauf beurteilen. Dazu genügen schon winzige Mengen von Material, das zum Beispiel mit einer Nadel gewonnen wird (Biopsie).

Ikterus

… ist eine Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und der Bindehaut des Auges (“Gelbsucht”), die unter anderem bei verschiedenen Lebererkrankungen auftreten kann. Ursache dafür ist eine erhöhte Konzentration von Bilirubin, das beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin entsteht.

Immunsuppression

… bedeutet “Unterdrückung des Immunsystems”. Das kommt natürlicherweise vor unter starker körperlicher Belastung, bei Stress oder bei Infektionskrankheiten. Aber eine Immunsuppression kann auch absichtlich durch Medikamente herbeigeführt werden, zum Beispiel um die Abstoßung eines transplantierten Organs zu verhindern. Bei Autoimmun-Erkrankungen und Allergien geht es darum, eine zu starke Aktivität des Immunsystems abzuschwächen.

Immunsystem

… bezeichnet das gesamte Netzwerk von Organen, Zellen und Molekülen, die zusammen für die Abwehr von Infektionskrankheiten zuständig sind. Das Immunsystem kann auch Fremdstoffe und fehlerhafte körpereigene Zellen erkennen und aus dem Organismus entfernen.

Kohlenhydrate

… sind neben den Fetten und den Proteinen Hauptbestandteil der Nahrung. Zu ihnen gehören die Zucker und die unverdaulichen Ballaststoffe. Kohlenhydrate sind der wichtigste Energielieferant des Körpers.

Leberhautzeichen

… sind typische Veränderungen an der Haut, die bei Erkrankungen der Leber, vor allem im Stadium der Leberzirrhose, auftreten können. Dazu gehören Gefäßzeichnungen am Rumpf, eine Rotfärbung der Handinnenflächen oder der Zunge und auch eine Entfärbung der Nägel.

Lebertransplantation

… ist die Verpflanzung der Leber aus dem Körper eines Verstorbenen in den eines leberkranken Patienten. Zunehmend werden auch Teillebern von Lebendspendern transplantiert. Die Lebertransplantation wird durchgeführt, wenn die Funktion der eigenen Leber nicht mehr ausreicht. Bei autoimmunen Lebererkrankungen sind die Ergebnisse einer Transplantation oft sehr gut.

Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP)

… bezeichnet eine Untersuchungsmethode zur Darstellung der großen Gänge von Galle und Bauchspeicheldrüse. Sie erfordert im Gegensatz zur ERCP kein Einführen von Instrumenten in den Körper, bietet deshalb aber auch nicht die Möglichkeit direkter therapeutischer Maßnahmen (Gangaufweitung, Steinentfernung).

Pfortader

… ist der Name der Vene, die das nährstoffreiche Blut aus den Verdauungsorganen sammelt und in die Leber transportiert.

Prednisolon

… ist ein synthetisches Corticosteroid mit immunsuppressiven, antientzündlichen und antiallergischen Wirkungen. Es kommt als Medikament unter anderem bei der autoimmunen Hepatitis zum Einsatz.

Proteine

… sind aus Aminosäuren aufgebaut, bilden die Struktur der Zellen und Gewebe und steuern viele Vorgänge im Organismus – von der Blutgerinnung bis zur Muskelkontraktion. Als Antikörper spielen Proteine eine zentrale Rolle in der Immunabwehr.

sklerosierend

… bedeutet “verhärtend” im Sinne einer Vermehrung von Bindegewebe in Organen oder Geweben. Das kann durch normale Alterungsprozesse bedingt sein, oder verstärkt im Rahmen von autoimmunen und entzündlichen Erkrankungen auftreten.

SLA/LP-Antikörper

… sind gegen körpereigenes Gewebe gerichtete Antikörper (Autoantikörper), die spezifisch bei der Autoimmunen Hepatitis vorkommen. Ihr Nachweis ermöglicht die Diagnosestellung.

Zirrhose

… bezeichnet die Vermehrung von Bindegewebe in einem Organ, die zu Verhärtung und Schrumpfung mit zunehmender Funktionseinschränkung führt. Sie ist Folge einer chronischen Entzündung. Die Leberzirrhose steht am Ende von Lebererkrankungen wie der alkoholbedingten Leberentzündung, Virusinfektionen und der autoimmunen Lebererkrankungen.